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Hüttenaufbruchserie aufgeklärt. Täter von Alpinbeamten gefasst
So lautete einmal die Überschrift in den Medien, als vor einigen Jahren ein Hütteneinbrecher gefasst wurde. Der Einbrecher zog vom Allgäu bis nach Berchtesgaden und wurde dort von Beamten der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Berchtesgaden festgenommen. Verbrecherjagd im Gebirge war auch am 29.07.09 auf der Kampenwand das Thema. Dieses mal jedoch bei einer Übung des PP Oberbayern Süd mit den Alpingruppen Rosenheim, Traunstein und der Bergwacht Priental.
Mit großem Medieninteresse und unter den wachsamen Augen unseres Innenminister Joachim Herrmann und Polizeipräsident Franz Mayer wurde die Festnahme dreier Straftäter durch Beamte der AEG Rosenheim u.a. mit Hilfe von „Alpinhunden“ dargestellt. Das Drehbuch der Übungsleitung inszenierte den Absturz eines Täters auf dessen Flucht, der dann schwer verletzt mit Hilfe der Bergwacht und eines Polizeihubschraubers geborgen wurde.
Übungsverlauf:
Ein Bergwanderer teilte der Polizeieinsatzzentrale den Versuch eines Hüttenaufbruchs mit. Drei Straftäter flüchteten daraufhin.
Phase 1 der Übung sah die schnelle Einsatzbereitschaft der Polizeikräfte vor. Es galt den Einsatzort zu lokalisieren, ihn weiträumig abzusperren, mögliche Straftäter aufzufinden und festzunehmen sowie an Ort und Stelle mit Beweismittelsuche und Spurensicherung zu beginnen. Dabei konnte in der betreffenden Hütte einer der drei Straftäter dingfest gemacht werden.
Phase 2 beinhaltete die weiträumige Absuche des Geländes u.a. mit Hilfe eines Diensthundes nach den beiden flüchtigen Einbrechern. Der vierbeinige Helfer konnte schließlich nach kurzer Zeit den zweiten Täter gut versteckt im Latschenfeld aufstöbern.
In Phase 3 galt es, den dritten Flüchtigen, der an einer Felswand abgestürzt war, zusammen mit der Bergwacht, dem Notarzt, dem Polizeihubschrauber und den Beamten der AEG einer ärztlichen Erstversorgung zuzuführen und ihn schließlich mittels Windenbergung aus dem schwierigen Gelände zu retten.
Bei dieser Gelegenheit wurde den Beobachtern auch einiges an Hintergrundwissen über die Tätigkeit der 36 Polizeibergführer und 25 Unterstützungsbeamten des PP Oberbayern Süd vermittelt. Im Schnitt werden jährlich ca. 200 Einsätze, im teils verschneiten hochalpinen Gelände, bewältigt. 2008 mussten 38 tödliche Bergunfälle aufgenommen und bearbeitet werden. Allein im Zuständigkeitsbereich des PP Oberbayern Süd waren im letzten sog. „Lawinenwinter“ 5 Todesopfer bei 23 Lawinenunglücken zu beklagen.
Bei der Einsatzbesprechung und abschließenden Pressekonferenz zeigten sich alle Beobachter und auch die Einsatzkräfte selbst äußerst zufrieden über den reibungslosen Ablauf der Übung. Innenminister Herrmann und Polizeipräsident Franz Mayer lobten noch einmal ausdrücklich das Engagement aller Teilnehmer und den hohen Ausbildungsstand bei Polizei und Bergwacht. Gerade Übungen dieser Art sind unbedingte Voraussetzung dafür und garantieren einen möglichst effektiven Einsatz im Ernstfall.
Aus Übung wurde Ernst
Nach dem Ende der Pressekonferenz wurden Bergwacht und Alpinbeamte zu einem Einsatz in unmittelbarer Nähe der Steinling Alm gerufen. Eine 54-jährige Frau hatte sich ca. 200 m oberhalb der Alm auf dem Abstieg von der Kampenwand das Sprunggelenk gebrochen. Die Alpinbeamten leisteten sofort Erste Hilfe und nach Eintreffen der Bergwacht wurde die Verletzte mit der sog. „Gebirgstrage mit Seilsicherung“ aus dem äußerst steilen und schrofigen Gelände zur Alm transportiert. Auch hier klappte die Zusammenarbeit Arzt/Bergwacht/Polizei wie schon bei der vorangegangenen Übung reibungslos.
Weidel, POK
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