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Gemeinsame Winterübung der Alpinen Einsatzgruppe Allgäu mit dem Alpinkader der Kantonspolizei St. Gallen am 18./19.03.08 in Wildhaus / CH
Die Kantonspolizei St. Gallen / Schweiz unterhält zur Tatbestandsaufnahme von Unfällen im Gebirge eine Fachgruppe mit dem Namen „Alpinkader“ – analog den Alpinen Einsatzgurppen / Einsatzzug in Bayern.
Kurzziele der gemeinsamen Winterübung auf Schweizer Hoheitsgebiet waren
- Abgleich polizeilicher Maßnahmen bei der Tatbestandsaufnahme von Bergunfällen im Winter, Lawinenunfällen, Vermisstensuchen usw.
- Informeller Erfahrungsaustausch und Vergleich der Ausbildungsstandards
- Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit alpiner Polizeieinheiten
Am 18.03.08 um 08.00 Uhr eröffnete Leutnant Andreas Brunner (Polizeichef der Region Werdenberg-Sarganserland) in Wildhaus den gemeinsamen Lehrgang.
Nach dem Bezug des Nachtquartiers in der Zivilschutzanlage stand eine Skitour auf den Selun (2205 m) auf dem Programm. Wegen akutem Schneemangel im Tal begann der Aufstieg die ersten 300 Höhenmeter zu Fuß. Anschließend zwangen widrige Witterungsbedingungen und starker Nebel zu einem frühzeitigen Abbruch der Tour, ca. 150 m unterhalb des Gipfels. Die Abfahrt erfolgte dann bei besser werdender Sicht in pulverigem Neuschnee.
Als nächster Punkt stand ein Stehempfang im Gasthaus Alpstein durch den Bürgermeister der Gemeinde Wildhaus auf dem Programm.
Nach der Begrüßung durch den Polizeichef des Kantons St. Gallen, Herrn Oberstleutnant A. Schellling sowie dem Medienchef der Polizeiregion folgte ein äußerst interessantes Referat der St. Gallener Lehrerin, Fr. Wessels. Diese berichtete über ihre Diplomarbeit, bei der sie den Doppelmord am 21.02.1922 auf dem Säntis nachbearbeitet hat.
Während und nach einem gemeinsamen Abendessen fand ein reger Informationsaustausch
mit den Schweizer Kollegen sowie dem inzwischen eingetroffenen Alpinstaatsanwalt Küng
statt.
Eine ebenfalls anwesende Medienvertreterin wird demnächst in der örtlichen Presse über den gemeinsamen Lehrgang berichten.
Der 2. Tag begann um 06.00 Uhr mit dem Frühstück und bereits um 06.20 Uhr wurden die Teilnehmer des Lehrgangs zur Schwägalp / Säntisbahn verlegt.
Der Betriebsleiter ermöglichte dort eine Besichtigung der Schwebebahn und gab eine umfangreiche Einweisung in alle technischen Details.
Danach stellte der Lehrgangsleiter, Leutnant Brunner in einem Powerpointvortrag den Alpinkader seines Kantons mit Unfallzahlen usw. vor. Peter Diener, Bergführer und Obmann der Bergrettung referierte im Nachgang über den Alpinen Rettungsdienst in der Schweiz bzw. der Region Werdenberg-Sarganserland.
Nach der Auffahrt mit der Schwebebahn erfolgte eine anspruchsvolle Skitour vom Säntis (2502 m) bei grauenhaftem Harschschnee bis Wildhaus. Diese Abfahrt stellte das ganze Können aller Teilnehmer unter Beweis.
Als theoretischer Teil folgten im Anschluss die Ausführungen des Alpinstaatsanwalt Küng, die mit einer Gruppenarbeit zu einem tödlichen Bergunfall endeten.
Fazit: Der Blick „über die Grenzen“ war für alle Teilnehmer äußerst lehrreich und
gewinnbringend. Es sollte deswegen auch künftig daran gedacht werden, derartige
gemeinsame Veranstaltungen in dieser od. ähnlicher Form durchzuführen.

Engstler
Polizeihauptmeister*
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