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Pflichtfortbildung der deutschen (bayerischen) Polizeibergführer

Einen guten „Riecher“ bei der Wahl des Fortbildungszeitraums als auch der Örtlichkeit bewiesen die Verantwortlichen, als sie vom 31.03. – 05.04.08 die Polizeibergführer zu der Fortbildung in das Langtauferertal in Südtirol einluden.
Im Talende in Melag war ein Quartier gefunden, von dem aus man von der Haustüre losmarschieren konnte.
Sowohl das Wetter als auch die Schneeverhältnisse versprachen bei einer Ausgangshöhe von 1900 Hm noch einiges.

Aber in der Woche war nicht nur „Höhenmeter bolzen“ angesagt, es waren viele interessante theoretische als auch praktische Lehrinhalte angekündigt. So stand natürlich in erster Linie Lawinenkunde auf dem Programm. Die Umsetzung der „Systematischen Schneedeckendiagnose“ in Theorie und Praxis war ein großer Bereich, der von allen interessiert angenommen wurde. So ist dann nach theoretischer Erläuterung bei den Touren fleißig gegraben worden und es wurden sich viele Einblicke in die Schneedecke verschafft. Die Beurteilung und Erläuterung war dann ein weiteres, was natürlich mit den fachkundigen Ausbildern, noch mehr Sicherheit verschaffte.

Weiters wurden aktuelle Kletterunfälle (Tödlicher Absturz in einer Kletterhalle in München), sowie Urteile aus Österreichischer und Schweizerischen Gerichtsverfahren angesprochen. Außerdem wurde das Trainingsmodul zur LVS-Suche vorgestellt, welches durch das BPFI in Ainring vorgehalten wird.
Die praktische LVS-Suche wurde einhergehend geübt.

Als Eingehtour wurde nach der Ankunft der Glockhauser ausgewählt, der sich als „Nachmittagstour“ mit ca. 1200 Höhenmeter dazu anbot.
Dabei wurden die grundlegenden Sachen bei einer Skihochtour besprochen und wieder aufgefrischt.

Am Dienstag ging es bei bestem Wetter und Top-Verhältnissen auf den Bärenbartkogel. Als Zusatzaufgabe wartete für einige noch eine Firnabfahrt und der Südseitige Aufstieg auf die Freibrunner Spitze, die noch einmal die letzten Körner forderte. Der Lohn war dann eine Traumabfahrt im Pulver.

Am Mittwoch brach der Fön zusammen und eine Wolkenfront schwappte über den Alpenhauptkamm. Bei beginnendem Schneefall und mit der Höhe zunehmenden Wind, wurde die Weisseespitze ins Visier genommen. Diese Tour forderte dann Orientierungssinn, sprich es wurden die Kenntnisse mit Kompass und Karte (Marschzahl) zu gehen, wieder aufgefrischt.

 

 

Nach dem Skidepot wagten sich einige über den Grat bei sehr starkem Wind bis auf den Gipfel, der aber nicht zum verweilen einlud, auch wenn es kurz aufklarte.

Bei der Abfahrt gab es dafür dann eine kleine Neuschneeauflage, die viel Spaß machte.

Das Mittereck als Ziel stand ganz im Zeichen der Lawinenkundlichen Ausbildung und Umsetzung der systematischen Schneedeckendiagnose in der Praxis. Es wurde in alle Expositionen gegraben was das Zeug hielt, was zum Teil überraschende und auch wieder verwirrende Ergebnisse brachte.
Nebenbei wurde der Gipfel über verschiedene Aufstiegsvarianten erreicht.

Als Ergebnis des Lawinenkundlichen Bereichs kann eigentlich nur gesagt werden: „Nix is fix!“ Dies lag aber nicht an den Ausbildern, sondern an der sich ständig verändernden Materie.

Nur ständiges in die Schneedecke hineinschauen, beobachten der Verhältnisse und sich Gedanken machen, führt zu den gewünschten Erkenntnissen. Und selbst diese sind dann immer wieder zu hinterfragen.
Dieser Tag gab dann noch einigen Anlass zu Gesprächsrunden im Kreise der Bergführer.

Als Höhepunkt der Woche war die Weisskugel geplant, jedoch aufgrund der Wettersituation von einigen nicht mehr für möglich gehalten worden.

Der Freitag präsentierte sich von seiner besten Seite und so konnte als krönender Abschluss die Weisskugel in Angriff genommen werden. Dank des Neuschnees legten wir „Unsere Spur“ in eine Hochalpine Traumlandschaft.

Dabei wurden dann die ganzen Fortbildungspunkte für Bergführer wie Spuranlage, Beurteilung Lawinensituation / hänge, Spaltengefahr noch einmal gemeinsam abgearbeitet und berücksichtigt.

Ziemlich abgekämpft aber sehr Glücklich schafften alle den Gipfelerfolg.

Aufgrund der Schneesituation und der Möglichkeit sich im Matscher Tal abholen zu lassen, wurde schnell der Entschluss gefasst, dass wir südwestseitig die Hänge nicht jungfräulich zurück lassen können. Eine Abfahrt entlang der Aufstiegspur wäre nicht der verdiente Lohn für diese Plagerei gewesen.

 

Auch wenn die Verhältnisse bei der Abfahrt, vor allem ab der Hälfte etwas „wechselnd“ waren und mit der Müdigkeit in den Beinen so mancher zu kämpfen hatte, so war diese Abfahrt es ohne Zweifel wert.

Als beim „Glieshof“ die Fahrzeuge dann in Sicht kamen, war jeder erleichtert, denn diese Tour war in jeder Hinsicht eine „Riesentour“.

Der Abschlussabend verlief verständlicherweise etwas ruhiger, aber nicht minder lang.

Am Samstag ging es dann nach einem weiteren Theorieteil wieder zurück in die heimischen Dienstbereiche.

Diese Fortbildung war mit Sicherheit ein Highlight in Sachen der Touren, der vermittelten Lehrinhalte und auch des kollegialen Klimas und wird als etwas Besonderes in Erinnerung bleiben.

Ein besonderer Dank gebührt den verantwortlichen Planern und den Ausbildern.

Jörg Fegg

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